Akkorde

Auf der Konzertina hat man keine Akkorde, wie auf dem Akkordeon heutiger Bauart. Man muß sich statt dessen die Töne selbst zusammensuchen. Allerdings hat man dadurch auch die Möglichkeit beliebige Kombinationen von Tönen zu spielen.

Wie im Abschnitt über die Begleitung schon erwähnt, besteht die Möglichkeit das Spiel der Melodie mit einzelnen Tönen oder ganzen Akkorden "aufzupeppen". Man muß dazu natürlich wissen, an welcher Stelle man welche Töne zusätzlich drücken kann, und wo diese beim Drücken und Ziehen jeweils liegen. Grundsätzlich gibt es da zwei Möglichkeiten, dies herauszufinden:

  1. Man kann herumprobieren, bis man ein ansprechendes Ergebnis hat.
  2. Man kann sich mit den Harmonien beschäftigen, welche den Musikstücken zugrunde liegen.
Zweitere Möglichkeit ist nicht nur wesentlich schneller, wenn man einmal verstanden hat, wie es funktioniert; es eröffnet dem Schüler auch ein wesentlich weiteres Verständnis der Musik. Man weiß dann nicht nur, welche Töne man spielen kann, sondern ist auch fähig, eigene Arrangements vorhandener Stücke zu spielen. Tongeschlechtswechsel oder Modulationen bleiben so keine leeren Begriffe.
Man muß dazu nicht gleich Musik studiert haben, um sich Einblicke in die Harmonielehre zu verschaffen. Es gibt viele Bücher, die sich mit dem Thema beschäftigen. Auch Unterricht bei einem guten Lehrer kann dort sehr viel erhellen.

Egal ,wie viel man von den Harmonien versteht: Will man sie auf dem Instrument umsetzen, muß man mindestens wissen, wo welche Töne liegen. Ich sage Dir nicht, Du sollst Dir meine Diagramme über das Bett hängen, aber ich empfehle Dir wirklich genau zu lernen, wo welcher Ton bei Zug und bei Druck liegt. Du wirst lachen: Wenn Du Dich ein paar Stunden intensiv damit auseinandersetzt, mußt Du später viel weniger nachdenken. Es sind ja nur 40 oder 60 Töne, je nach Instrument.

Du wirst feststellen, daß Du die Töne, welche Du viel spielst, relativ schnell drin hast. Andere Töne, z.B. die ganz hohen Töne oder die ganzen Halbtöne, solltest Du aber auch gut lernen. Im Endeffekt ist es doch schnell gemacht, und Du kennst Dich dann wirklich auf Deinem Instrument aus.

Ein nächster Schritt ist dann zu wissen, welche Töne zu einem bestimmten Akkord gehören. Es gibt ja bei der Konzertina für viele Töne mehrere Möglichkeiten diese zu spielen. Genauso gibt es bei Akkorden oft - nicht immer - mehrere Möglichkeiten diese zu greifen. In vielen Notenheften oder Büchern stehen über den Noten Akkordbezeichnungen wie "C" (C-Dur), "Am" (A-Moll), "G7" (G-Dur Septakkord), oder "Em7" (E-Moll Septakkord). Wenn Du diese Akkorde auf der Konzertina greifen kannst, so kannst Du immer entscheiden, ob Du sie ganz oder nur einzelne Töne Deinem Spiel zufügst, und außerdem kannst Du evtl. Druck und Zug bei Melodie und Begleitung so aufeinander abstimmen, daß Du Dich nicht verhaspelst. Aus den Tabellen der nächsten Seite kannst Du genau ersehen, welche Töne zu den einzelnen Akkorden in Ihren Grundformen und Umkehrungen  gehören. Auch kannst Du ersehen, ob sich bestimmte Akkorde vorteilhafter auf Druck oder Zug spielen lassen, und Dein Melodiespiel ggf. daran anpassen.

Hier nun die Akkorde für Dur und Moll.