Cuts

Die einfachste Verzierung der irischen Musik ist die sogenannte "Grace Note" oder auch "Cut" - auf deutsch Vorschlag. Sie ist eine ultrakurz angespielte Note unbestimmter Dauer. In der Notation (wie unten ersichtlich) hat diese Note keine bestimmte Länge. Sie wird auch nur ganz kurz angespielt, so daß ein kurzes "Blip" zu hören ist. Die Betonung liegt immer voll auf der nachfolgenden Note. Im Irish Folk wird ein Cut allerdings selten notiert (jedenfalls nicht, wie unten gezeigt). Man spielt sie halt dort, wo man meint, daß es gut paßt - frei nach Schnautze.

Du kannst sie spielen, um eine folgende Note zu akzentuieren oder um zwei Noten voneinander zu trennen (normalerweise zwei Noten gleicher Länge). Letztere Funktion ist auf der Konzertina eigentlich nicht notwendig - man kann jede Taste kurz anspielen, wieder loslassen, und nocheinmal anspielen. Nicht so bei anderen Instrumenten, wie Flöte Geige oder Dudelsack, von welchen diese Technik stammt. Da diese Art zu spielen aber ein wichtiges Erkennungsmerkmal der irischen Musik geworden ist, wird diese Technik auch auf der Konzertina benutzt.

Normalerweise wird diese Verzierung ausgeführt, indem man bei gleicher Balgrichtung ganz kurz den nächst höheren Knopf in der Reihe anspielt und sofort wieder losläßt, bevor man die eigentliche (nachfolgende) Note spielt. Ein E in der C-Reihe würde also mit einem G "gecutted" werden, und ein G in der G-Reihe mit einem H.

Übe es mit verschiedenen Tönen. Fange beim linken tiefen C an und arbeite Dich nach rechts hoch. Spiele eine Tonleiter und versuche jeden Ton mit einem cut zu betonen.

Damit Du mal hörst, wie so etwas klingt, hier unser Jig noch einmal mit den Stellen eingezeichnet, an welchen man cuts spielen könnte: