Long Rolls

Die komplexiste Verzierung ist die Roll oder Long Roll. Sie ist ganz typisch für irische Musik und kommt ursprünglich von der Flöte bzw. dem Dudelsack. Es ist eine Folge von fünf Noten, von denen die zweite und die fünfte so kurz gespielt werden, daß sie mehr eine rhythmische als eine musikalische Funktion haben. Alles zusammen hat eine Länge von drei achtel Noten, oder einer punktierten viertel Note.

Im Grunde kannst Du die Long Roll schon spielen. Denn Sie besteht aus drei achtel Noten, wobei zwischen der ersten und zweiten ein Cut und zwischen der zweiten und dritten ein Dip gespielt wird. Schon kommt uns unsere Übung zugute. Die Ausführung ist wie folgt (versuche alles in einem Zug zu spielen):

  1. Drücke den Knopf (E) in der linken C-Reihe mit dem Mittlefinger
  2. Laß den Knopf wieder los, aber nimm den Finger nicht runter, und im gleichen Zug spielst Du mit dem Zeigefinger den nächsthöheren Knopf kurz an.
  3. Laß diesen sofort wieder los, und spiele mit dem liegengelassenen Mittelfinger wieder den ersten Ton.
  4. Laß diesen jetzt wieder los, und spiele in der C-Reihe den nächsttieferen Ton (D) an - der Dip mit dem kleinen Finger.
  5. Jetzt hüpfst Du sofort wieder auf den eigentlichen Ton (E) zurück.. Vergiß am Ende nicht diesen auch wieder loszulassen ;-)
So: Du hast also den notierten Ton dreimal gespielt und hast zwei Töne benutzt, um diese zu trennen. So bildet der Mittelfinger also einen Angelpunkt, um den sich alles dreht. Es ist eher eine Bewegung der Hand, als der Finger. Es hilft dabei, wenn man eine Konzertina mit einer guten, schnellen Mechanik hat (habe ich leider nicht).

Hier wieder unser Jig. Diesmal mit Long Rolls. Sie sind mit "lr" betitelt.