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Wallschläger Konzertinas - Druckversion

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Wallschläger Konzertinas - Sebastian - 27.04.2014

(26.04.2014, 22:52)kawewue schrieb: ich habe mir letztes Jahr von einem Bandoneonbauer (Robert Wallschläger in Carlsfeld, guckst du hier: http://www.hzi-carlsfeld.de/9.html) eine zweichörige Deutsche bauen lassen. Eine Vorstellung des Instruments findest weiter unten -> Beitrag #8 (Kopie aus altem Forum). 700 Euro und ist Preis wert.
Ja, das habe ich schon gesehen. Schaut gut aus. Über die Lage des Luftknopfs hatten wir uns ja irgendwann schon mal kurz ausgetauscht. Ich habe mit den Silvettas da kein Problem (mal abgesehen davon, dass das Luftloch insgesamt zu klein ist), meine Daumenkuppe liegt genau auf dem Knopf drauf. Ob das bei der Lage am Steg auch geht, weiß ich natürlich nicht.

(26.04.2014, 22:52)kawewue schrieb: Wie heißt dein Instrumentenbauer?
Kuckste hier: http://fraton-accordions.com/


RE: Scarlatti-Konzertinas - kawewue - 06.05.2014

(26.04.2014, 22:52)kawewue schrieb: Wie heißt dein Instrumentenbauer?
Kuckste hier: http://fraton-accordions.com/

Na, Viel erfährt man ja nicht auf dieser Seite. (Außer Kontaktdaten).


RE: Scarlatti-Konzertinas - Tanzigel - 07.05.2014

leider antwortet wallschläger nicht auf mails *seufz....
ich möchte nämlich auch gerne so eine aufdenleibgeschnittene concertina haben....
mal sehen, ob ich ich ihn in rudolstadt in der instrumentenbauerstrasse (via mala) erwische...voriges jahr hatte er dort zumindest einen stand....


RE: Scarlatti-Konzertinas - Sebastian - 08.05.2014

(06.05.2014, 00:32)kawewue schrieb: Na, Viel erfährt man ja nicht auf dieser Seite. (Außer Kontaktdaten).
Nein. Ich finde das auch viel zu wenig.

Eine Frage habe ich doch noch zu dem Brummkasten an der 20-Knopf-Konzertina. Ich kenne so etwas nur von den größeren Konzertinen. Die haben aber eine Tonüberlappung zwischen beiden Seiten. Das heißt, ich kann tiefere Töne auch auf der rechten Seite und damit ohne Brummkasten und im gleichen Klangcharakter wie die anderen Melodietöne spielen. Auf einer 20-Knopf-Konzertina passiert es mir nicht ganz selten, dass ich mit der Melodie auf die linke Seite wechsle. Ist bei so etwas der abgedumpfte Ton nicht eher unzweckmäßig?


RE: Scarlatti-Konzertinas - Tanglo - 09.05.2014

Das mit dem Brummkästchen an der 20-knöpfigen Konzertina habe ich mich auch schon gefragt, ob das problematisch sein kann. Gelegentlich vermisse ich bei meinem 104-tönigen Kleinbandoneon gegenüber dem originalen 142-tönigen Tango-Bandoneon rechts die drei tiefsten Töne. Testweise habe ich diese deshalb auf der linken Seite gespielt. Durch die andere Klangfarbe nimmt man einzelne Töne dann aber irgendwie nicht mehr als Bestandteil der Melodiestimme wahr. Spielt man jedoch ganze Tonfolgen der Melodie links, dann sieht das ganz anders aus, und klingt dann eher recht interessant. Ob die Wirkung des Brummkastens an der 20-knöpfigen genauso stark ist, wie beim Bandoneon, kann ich allerdings nicht beurteilen.

Grundsätzlich ist der Brummkasten aber eine feine Sache. Manche haben vom Hören her schon gemeint, da spielen zwei verschiedene Instrumente.


RE: Scarlatti-Konzertinas - kawewue - 10.05.2014

(08.05.2014, 18:59)Sebastian schrieb: Eine Frage habe ich doch noch zu dem Brummkasten an der 20-Knopf-Konzertina. Ich kenne so etwas nur von den größeren Konzertinen. Die haben aber eine Tonüberlappung zwischen beiden Seiten. Das heißt, ich kann tiefere Töne auch auf der rechten Seite und damit ohne Brummkasten und im gleichen Klangcharakter wie die anderen Melodietöne spielen. Auf einer 20-Knopf-Konzertina passiert es mir nicht ganz selten, dass ich mit der Melodie auf die linke Seite wechsle. Ist bei so etwas der abgedumpfte Ton nicht eher unzweckmäßig?

Hallo,
ich habe es erst ausprobieren müssen:

Wenn man die untere (seitenübergreifende) Oktav spielt, hört man schon den Seitenwechsel: Die Töne der rechten Seite haben mehr Höhen. Allerdings ist der Effekt lange nicht so stark, dass man meint, zwei Instrumente zu hören (soviel zu Tanglo).

Da ich viel auf der G-Reihe spiele, habe ich die tiefen Töne H, C, D, E auf der C-Reihe rechts, also ohne Brummkasten. Damit komme ich bei meiner Spielweise fast immer aus.

Wer viel seitenübegreifende Melodien spielt, kann sich von Robert Wallschläger auch eine Deutsche ohne Brummkasten bauen lassen. Robert Wallschläger hat bei meinem Prototyp beide Versionen ausprobiert und sich (ohne mich zu fragen) für den Brummkasten entschieden. Wie gesagt: Zu meiner Spielweise passt das gut.

Gruß, Klaus


RE: Scarlatti-Konzertinas - Sebastian - 11.05.2014

Salü, Klaus,

willst du nicht mal ein Klangbeispiel einstellen? Das wäre sicherlich nicht nur für mich interessant.

Smile

Und könntest du dann vielleicht auch die Beiträge ab Nr. 5 in einen neuen Strang "Wallschläger-Konzertina" (oder so ähnlich) verfrachten? Denn um die Scarlattinen geht’s ja schon länger nicht mehr.


RE: Wallschläger Konzertinas - kawewue - 11.05.2014

Hier noch einmal mein Beitrag aus dem alten Forum vom August 2013:

Hallo,
der Markt für zweichörige Deutsche Konzertinas ist sehr überschaubar.

Die Billigimporte, die gar nicht schlecht klingen, gibt es nur einchörig. Wie lange man an so einem Instrument Freude hat weiß ich nicht.
Neue Zweichörige gibt es z.Zt. von Stagi und Hohner, früher noch von der Klingenthaler Beschäftigungsgesellschaft.
Dazu Gebrauchtinstrumente, in der Regel unrestauriert.
Als Alternative tauchen selten alte kleine Carlsfelder, Chemnitzer oder Rheinländer auf. Auch hier: in der Regel unrestauriert.

Nachdem ich über einen Instrumentenwechsel (Anglo, Bandoneon, Diat. Akkordeon) nicht nachdenke, habe ich mir beim Instrumentenbauer Robert Wallschläger aus Carlsfeld (http://www.hzi-carlsfeld.de) eine zweichörige Deutsche bauen lassen. Auf der Homepage hat er eine Abbildung von einem Gehäuse, wie es auch die Beschäftigungsgesellschaft verbaut hat. Allerdings hat Herr Wallschläger sich nicht damit zufrieden gegeben, mit dem zugänglichen Zubehör (Gehäuse, Mechanik, Balg) und eigenen Zungen eine Stagi/Hohner/Klingenthaler in besserer Qualität nachzubauen, sondern er hat das Instrument neu konstruiert. Dementsprechend lang musste ich warten, aber heute ist sie gekommen:

[Bild: Neue1.JPG]
Hier die rechte Seite (Ich hatte Herrn Wallschläger auf die Diskussion hier im Forum über die Lage des Luftknopfs aufmerksam gemacht und er hat ihn so plaziert, dass er wirklich optimal zu erreichen ist).

[Bild: Neue2.JPG]
Balg und Seitenteile von vorne

[Bild: Neue3.JPG]
Die linke Seite mit Schallkasten

Den Schallkasten links hat Herr Wallschläger dem Bandoneonbau nachempfunden. Er hat mit normalem Seitenteil und einem Schallkastenteil experimentiert, und fand den Klang mit Schallkasten ausgewogener.

[Bild: Neue4.JPG]
Schallkasten links

[Bild: Neue5.JPG]
Der Balg

Innovativ ist auch das Innenleben. (Aber ich habe sie noch nicht aufgeschraubt, Fotos später) Die Stimmzungen sind gemeinsam auf einer Sammeltonplatte angebracht, eine Bauweise, die bei Bandoneons üblich ist. (Bei den üblichen Deutschen hat jedes Zungenpaar eine eigene Stimmplatte, die in den Rahmen eingewachst wird).

Wir sind gerade dabei uns anzufreunden. ;-)

Erste Eindrücke:
* Absolut leicht bespielbare Mechanik. Klasse!
* Satter Klang, der gut dosierbar ist, von sanft bis volle Wumme;
* Klang gut ausgewogen, auch bei einem satten Dreiklang links ist der eine Melodieton rechts gut vernehmbar;
* Ungewohnt noch das deutlich höhere Gewicht der Seitenteile, wobei rasche Balgwechsel wie gewohnt möglich sind, eventuell weil die Zungen schneller ansprechen.
* Beim leichtgängigen Balg hätten auch drei Falten pro Segment genügt, man kommt gut mit der Luft hin.

Preis: 700 Euro

So, und jetzt gehe ich wieder Anfreunden. ;-)
Gruß, Klaus


Innenleben - kawewue - 11.05.2014

Mittlerweile gibt es auch Fotos vom Innenleben:

[Bild: Neue6.JPG]
Mechanik rechts

[Bild: Neue7.JPG]
Mechanik links

[Bild: Neue8.JPG]
Stimmplatten rechts

[Bild: Neue9.JPG]
Stimmplatten links

Gruß, Klaus


RE: Wallschläger Konzertinas - Sebastian - 11.05.2014

Ah, die neuen Bilder sind auch interessant. Das Luftloch ist offensichtlich nicht vergrößert. Bei den großen Konzertinen nimmt es ja häufig fast eine gesamte Längsseite ein. Und bei der Preciosa von Hohner, einem sehr kleinen diatonischen Akkordeon, betätigt der Luftknopf gleich zwei Ventilklappen.

Interessant ist auch, dass im Diskant ein Chor flach und einer senkrecht angebracht ist, während auf der Bassseite offensichtlich beide senkrecht stehen.

Sehr hübsch ist, dass Wallschläger tatsächlich echte Stimmplatten verwendet hat und keine Akkordeonstimmen.

Überrascht bin ich, dass er Holz für die Hebelmechanik verwendet (und nicht Aluminium), aber das ist wohl wirklich die einzig vernünftige Möglichkeit. Hübsch hätte ich es gefunden, wenn er die Knopfreihen leicht bogenförmig angeordnet hätte, was ja bei diesen Hebeln gut möglich gewesen wäre.

Jetzt fehlt wirklich nur noch ein Klangbeispiel von dem tollen Teil! Big Grin