Begleitung
#1
Hallo, Ich bin neu hier  Smile

Also ich hab mir eine Aglo gekauft, genauer gesagt eine Rochelle, und probier jetzt seit ner weile so rum. Mit Melodien klappt das so weit auch ganz gut.
Nur möchte ich nun auch gern etwas Begleitung spielen, also zunächst mal zu Gesang. Ich habe mir jetzt erstmal ein paar Akkorde überlegt (für eine Vollständige Übersicht wäre ich aber auch dankbar) und angefangen diese zu Liedern zu spielen (wo eben so Akkorde drüber stehen). das klingt manchmal ganz gut und manchmal nicht so sehr. Kann mir da vielleicht jemand mit der Technik helfen (auch wenn es garantiert mehrere gibt)? Ich habe auch in Videos gesehen, dass irgendwie der tiefste Ton im wechsel mit dem Akkord gespielt wird. aber da weiß ich auch nicht so recht wie das geht. Oder ist meine Herangehensweise von vornherein falsch?  Huh

danke im Vorraus, Gruß Lukas
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#2
Zitat:1. Nur möchte ich nun auch gern etwas Begleitung spielen, also zunächst mal zu Gesang. Ich habe mir jetzt erstmal ein paar Akkorde überlegt (für eine Vollständige Übersicht wäre ich aber auch dankbar)
2. Kann mir da vielleicht jemand mit der Technik helfen (auch wenn es garantiert mehrere gibt)? Ich habe auch in Videos gesehen, dass irgendwie der tiefste Ton im wechsel mit dem Akkord gespielt wird. aber da weiß ich auch nicht so recht wie das geht.

Hallo Lukas,
ich habe im http://www.KonzertinaNetz.de einiges zu Verfügung gestellt, bitte informiere dich dort!

Zu deiner 1. Frage:
vollständige Übersicht gibt es nicht (alle möglichen Tastenkombinationen?).
Es gibt eine Übersicht: http://www.KonzertinaNetz.de > Melodien > Ende des Vorworts: KonzGriffe.pdf
Vollständig (aber keine Übersicht) ist das Programm konzertina.exe, das du hier findest:
http://www.KonzertinaNetz.de > freeware > konzertina.exe (Es läuft auch auf linux unter wine))
Damit kannst du sehen, was die zweireihige Deutsche Konzertina an Mehrklängen drauf hat. Das langt auch für den Einstieg mit der Anglo. Wenn's auf der Deutschen nur zu einem Zweiklang reicht, hast du den dritten Ton eventuell auf der 3. Reihe der Anglo

Zu  deiner 2. Frage:
Die Technik, die du gesehen hast, wird auf vielen Instrumenten gespielt. Man spielt die Bassnote und dann als "Nachschlag" den vollen oder fast vollen Akkord. "Bass - Nachschlag" (bei Walzer: B - N - N)
Die Schule von Volker Bäcker hat sich dieser Technik gewidmet, vielleicht ergatterst du antiquarisch ein Exemplar.
Im Konzertinanetz habe ich Tabulaturen stehen, da kannst du sehen wie die "Akkordspielweise" funktioniert:
z.B. Bärentanz - Belgischer Walzer - Grün, grün, grün - Italian Schottisch - Old Mrs. Hubledee - Quetschbühl - Zogen einst
Du kannst dir auch bei Jürgen Leo die Liedersammlung "Sechseck" bestellen (KonzertinaNetz > Bücher > Schule Nr. 26)

Viel Spaß,
Klaus
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#3
Die Eingangsfrage von Lukas ist inzwischen zwar rund ein halbes Jahr her, aber das Thema ist ja zeitlos.

Die zweireihige Konzertina ist bei der Akkkordbegleitung übersichtlicher als die dreireihige Anglo-German Concertina, deshalb spiele ich auch nur zwei Reihen. Wink

Die äußere Reihe ist die C-Dur-Reihe, die innere Reihe ist die G-Dur-Reihe. Der Tonvorrat von C-Dur und G-Dur ist fast gleich; sie unterschieden sich lediglich durch F/Fis. Das heißt, die G-Dur-Reihe bringt mir nur einen wirklich neuen Ton, nämlich das Fis. Allerdings bringt sie mir Tonumkehrungen:

In beide Balgrichtungen spielbar: C, D, E, H

Nur auf Druck spielbar: G

Nur auf Zug spielbar: F, Fis, A

(Die dreireihige Anglo-German Concertina bringt noch eine Tonumkehrung für G/A, also können dort auch G und A in beide Richtungen gespielt werden. Leider verändert sie auch die Tonbelegung des tiefsten Tons der G-Dur-Reihe. Dodgy )

Auf der Zweireihigen kann ich also folgende komplette Dur- und Molldreiklänge spielen, teilweise + kleine Septime (für mehr Dominantwirkung):

  • C-Dur (auf Druck)
  • D-Dur (auf Zug) +7
  • D-Moll (auf Zug)
  • E-Moll (auf Druck)
  • F-Dur (auf Zug)
  • G-Dur (in beide Richtungen) +7 auf Zug
  • A-Moll (auf Zug)
  • H-Moll (auf Zug) +7
Auf Druck lassen sich also nur C-Dur, G-Dur und E-Moll spielen. Das sind interessanterweise auch jeweils die Tonikaakkorde in den drei Tonarten, in denen die Konzertina am sinnvollsten gespielt werden kann.

Wenn ich die Terz weglasse, bekomme ich offene Quinten ("Powerchords") ohne Tongeschlecht. Das ist sinnvoll bei H-Moll, den ich so zu einem terzlosen H7 verwandeln kann, was mein Dominantakkord für E-Moll ist. So kann ich dem Hörer unter Umständen sogar vorgaukeln, ein Dis in der Melodie zu hören, obwohl ich kein Dis auf dem Instrument habe. Das Gehirn ergänzt die Terz automatisch. Klingt nicht ganz so gut wie ein richtiges Dis, aber besser als gar nichts. Wink

Der tiefste Ton jeder Reihe ist der Basston für den Tonikaakkord (C auf der C-Dur-Reihe und G auf der G-Dur-Reihe). Bei den anderen Akkorden habe ich keinen Extra-Basston und muss als Bass den tiefsten Akkordton nutzen und kann den in Wechsel mit dem Akkord spielen.
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#4
Vollständig durchharmonisierte und mit Knopfnummern versehene Übestücke gibt es z. B. in Höselbarths Anweisung (um 1837, enthält u. a. Nun ruhen alle Wälder, Märsche und Polkas), in Minasis Instruction Book (1846).

Von einstimmigen über mehrstimmige bis hin zu akkordisch begleiteten Sätzen findet man alles in Sedgwick's Complete and Improved Instructions for the German Concertina (1865)

Umfangreich und sorgfältig gesetzt ist Merrill's Harmonic Method for the Concertina (1872).

Nur Melodien bieten Howe's Western German Concertina School (1879) und Howe's Eclectic School for the Concertina (1880) sowie Paul de Villes The Concertina and How to Play it (1905).

Nachtrag: Verstreut findet man auch einige hübsch mit Akkorden versehene Stücklein in Dan Worralls 350-Seitenwälzer The Anglo-German Concertina - A Social History (2009).
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