Tonleitern für die Anglo
#1
Question 
Hallo,

hat irgendjemand schon mal Tonleiternhilfen für die Anglo gemacht oder gefunden?

(Ich meine nicht C und G, die sind ja kein Problem)

Für Bb habe ich mir mal etwas gebastelt, ich hänge es an.

Die Abfolge fängt bei B an, läuft über zwei Oktaven und schafft es noch bis zum F.


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#2
Hallo Alrunia,

Tonleitern üben macht auf jeden Fall Sinn. Wenn Du die Töne der Tonleiter kennst, brauchst Du aber doch nicht wirklich eine "Tonleiterhilfe" aufzeichnen. Aus meiner Sicht solltest Du lieber die Knopfbelegung Deiner Tina auswendig lernen. Auf der dritten Reihe vergesse ich zwar auch ab und zu mal die Belegung, da man sie selten spielt, aber mit der Zeit kommt das schon.

Wenn ich mir Deine Struktur für Bb-Dur anschaue, fällt mir jedoch gleich eine Sache auf. Du scheinst gerne "Druck-Zug-Druck"-Bewegungen zu mögen. Klar kannst Du so eine Tonleiter spielen, aber auf Dauer wirst Du so keine Geschwindigkeit und kein flüssiges Spiel hinbekommen.
Darf ich Dich fragen, wie Du C-Dur oder G-Dur spielst? Jeweils auf der entsprechenden Reihe mit Druck-Zug-Druck-Zug usw. (höchstens beim Wechsel von der linken auf die rechte Seite einmal mit Zug weiter)?

Ich übe regelmäßig Tonleitern. Alle möglichen, die mir so einfallen. Aber: Mein Grundprinzip lautet... Spiele die Tonleiter (soweit möglich) mit einer Balkbewegung. Klar ist, daß Du so kein Stück spielen wirst, aber Du lernst wahnsinnig gut die Knopfbelegung und deren Alternativen. Spiele doch mal C-Dur nur auf Druck und beim nächsten Mal nur auf Zug. G-Dur kannst Du bspw. alles auf Druck spielen, bis auf das Fis. Spielst Du auf Zug die G-Dur Tonleiter, gehen sogar alle Töne nur auf Zug.

In Deinem Beispiel mit Bb-Dur, würde ich z.B. das dritte D auf der G-Reihe mit dem vierten Finger auf Druck spielen.

Um sich dann die Knopfbelegungen noch besser merken zu können: Sprech die Tonleiter einfach laut mit beim Anspielen der Töne. Du wirst merken, auf einmal geht die Knopfbelegung ins Hirn rein :-)


Anstatt reine Tonleiterübungen mache ich noch gerne Akkordübungen. Hier geht die "nur Ziehen oder nur Drücken"-Methode dann aber nicht mehr auf, was beim Akkordspiel auch ziemlich wurscht ist. Spiele z.B. alle Dreiklang (oder wenn das nicht geht, zumindest als Zweiklang) die Akkorde der C-Dur Tonleiter durch. Entweder einzeln anschlagen oder gemeinsam drücken. Also CEG, DFA, EGH, FAC... (also immer den Grundton um eins verschieben, wie beim Tonleiterspiel).

Ich hoffe, die Anregungen gefallen Dir.
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#3
Hallo rainbowman,

die C und G Tonleitern spiele ich Druck-Zug, weil mir das logisch erschien, das hat nichts mit mögen zu tun ;-) Immerhin kann ich auf diese Weise in C und G intuitiv Melodien recht schnell herausfinden. Das man das anders machen kann, war mir nicht bewusst, da muss ich mich mal mit befassen. Danke für die Anregung.

LG
Alrunia
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#4
Druck-Zug ist für den Anfang einfacher und logischer. Das kann ich auch bestätigen, besonders wenn man schon mal Mundharmonika gespielt hat.

Für den weiteren Fortschritt hat mir folgende Übung geholfen:

1. Eine Liste aller Töne schreiben, die es auf der Konzertina gibt (Druck und Zug).
2. Die Liste nach der Tonhöhe sortieren. Gibt es Töne mehrmals, dann immer erst die Zug-Töne hinschreiben, und dann die Druck-Töne. Die Liste ergibt dann z.B. bei der Anglo eine chromatische Tonleiter, die zu den Rändern lückenhaft wird, und bei der im mittleren Bereich die Töne teilweise mehrfach vorkommen.
3. Die Töne in aufsteigender Reihenfolge auf der Konzertina spielen. Dabei für jeden Ton alle Alternativen spielen, bevor zum nächsthöheren Ton übergegangen wird. Immer erst die Variante auf Zug spielen, und dann die Variante auf Druck. Zur besseren Einprägung dabei die Töne laut vorsagen und sehr genau die Balgrichtung wahrnehmen.

Als Hilfe kann man sich auf einem großen Blatt Papier ein Tastendiagramm mit Pfeilen aufzeichnen, welche die Reihenfolge angeben. Das sieht erst mal grauenhaft kompliziert aus, hilft aber sehr.
Die Übung sollte man täglich wiederholen. Ergänzend dazu sollte man vom Notenblatt Melodien spielen (egal wie langsam). Wenn es zu einem Ton mehrere Alternativen gibt, dann bewusst mal die Balgrichtung wechseln, oder auch beibehalten.
Nach einigen Wochen kennt man die Konzertina recht genau, und kann sich auch ohne Tastendiagramme z.B. Akkorde oder Tonleitern in bestimmten Tonarten zusammensuchen.

Hoffentlich habe ich das halbwegs verständlich beschrieben. Das war für mich jedenfalls der goldene Schlüssel, um mein Bandoneon mit seinen 52 Knöpfen etwas zu bändigen.
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#5
Hallo Tanglo,

ja, Deine Übung erscheint mir auch sehr sinnvoll. Muß ich demnächst mal testen.

Den Hinweis zum langsamen spielen von Melodien und dem bewußten Ausprobieren von alternativen Balkbewegungen darin, kann ich nur unterstützen. Zwar ist die natürlichere Spielbewegung auf Druck, aber wenn einem bewußt ist, daß man in einem G-Dur Stück alle (!) Töne (in der normalen Lage) auf Zug spielen kann und bis auf das Fis auch alle auf Druck, sollte einem nie die Luft ausgehen. Grob wechsle ich in solchen Stücken alle 1 bis 2 Takte die Balkbewegung.

Voraussetzung dafür ist aber auf jeden Fall das "cross-rowing". Aus meiner Sicht sollte auch jeder Anfänger so früh wie möglich mit diesem Spiel über 2 oder sogar 3 Reihen anfangen. In deutschen Kursen wird darauf selten hingewiesen. In Ireland ist das absolut üblich.

Durch das Wissen über Alternativtöne ist es auch viel leichter, wenn man mal mit der linken Hand Akkorde/Bass spielt und mit der rechten Hand Melodie.
Pint Size Company - www.folkydokey.de
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#6
Obwohl ich die Übung eigentlich erst mal nur für das Bandoneon gemacht habe, wechsle ich inzwischen auch auf der Anglo unbewusst viel öfter mal die Knopfreihen als früher. Und es ergeben sich auf einmal ungeahnte Möglichkeiten.

Gerade beim Spielen mit Begleitung muss man die Balgrichtung meistens entsprechend der Begleit-Tonart wählen, da es für bestimmte Tonarten oft keine Alternativen gibt. Dann sind für die Melodie die Töne in anderen Reihen oft die Rettung. Musikstücke, bei denen häufig die Begleittonart wechselt, sind manchmal konzertina-freundlicher als wenn die Begleit-Tonart lange gleich bleibt. Gerade bei der wechseltönigen Konzertina ist beim Einüben neuer Stücke viel Experimentieren angesagt. Aber das macht diese Instrumente ja so spannend.
Ich muss immer wieder staunen was manche aus ihrer Konzertina rausholen, insbesondere auch mit Einzeltonfolgen in der Begleitung (einer meiner Favoriten ist z.B. das YT-Video "Somwhere Over The Rainbow" von "angloconc").

Da scheint es wohl ein neues Konzertina-Übungsbuch zu geben:
"Anglo Concertina in the Harmonic Style"

Habe mir gerade das oben genannte Video wieder mal angesehen. Da wurde inzwischen der Hinweis auf dieses Übungsbuch ergänzt.
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