Wallschläger Konzertinas
#11
(11.05.2014, 19:40)Sebastian schrieb: Interessant ist auch, dass im Diskant ein Chor flach und einer senkrecht angebracht ist, während auf der Bassseite offensichtlich beide senkrecht stehen.

Hallo Sebastian,
was genau ist dabei interessant? Robert Wallschläger hat tiefe Balgfalten verwendet, um genügend Luft zu gewährleisten. Deshalb hat er die senkrechten Chöre nicht mehr im Balgraum untergebracht und hat deswegen die Seitenteile verbreitert, was zu einem Gewichtszuwachs des Instruments beigetragen hat.

Könnte eine Angleichung der Bassseite an die Diskantseite eine wünschenswerte Gewichtsreduzierung ermöglichen?

Gruß,
Klaus
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#12
(11.05.2014, 23:35)kawewue schrieb: was genau ist dabei interessant?
An Gewichtsreduzierung hatte ich nicht gedacht.

Die alte Art ist bei Handzuginstrumenten, wenn ich nichts durcheinanderbringe, die flache Anbringung. Die Instrumente, die eine Entwicklung durchgemacht haben, also vor allem Akkordeon (sowohl wechselzügige/chromatische als auch gleichzügige/diatonische), tragen die Stimmplatte praktisch nur noch aufrecht. Dadurch ändert sich der Klang, das Ansprechverhalten und der Luftverbrauch etwas, zumindest nach Aussage von Akkordeonspielern. (Klar, da spielen noch viele andere Faktoren mit.) Echte englische Konzertinen haben ja auch nur flach angebrachte Stimmplatten.

Bei den ostdeutschen dreichörigen 20-Knopf-Konzertinen, deren Innenleben ich gesehen habe, war auch ein Chor liegend, die anderen beiden waren stehend montiert. Habe aber damals nicht genau darauf geachtet. Es wäre sicherlich interessant, verschiedene Varianten bauen zu lassen und zu vergleichen, aber dafür habe ich das Geld nicht.
Wink
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#13
Meines Wissens entspricht die Anordnung der Stimmplatten in der Konzertina von Robert Wallschläger genau der Anordnung in den alten großen deutschen Konzertinas:

Auf der Bass-Seite sind die beiden Chöre immer senkrecht (wohl wegen der langen tiefen Stimmzungen).
Auf der Diskant-Seite sind ebenfalls beide Chöre senkrecht, wenn es sich um ein Instrument mit Schwebeton handelt. Bei Instrumenten mit Oktav-Stimmung auf der Diskant-Seite steht der tiefe Chor senkrecht und der eine Oktave höhere Chor liegt auf dem Montierboden.

Wenn ich mich recht erinnere, hat die Konzertina von kawewue eine Oktav-Stimmung. Oder liege ich da falsch?

Wer sich für die verschiedenen Bauweisen interessiert, gibt es die sehr empfehlenswerte Seite zur Instrumentensammlung von Karl Oriwohl:
http://bandonion.info/i-willkom.htm
Hier geht es nicht nur um das Bandonion, sondern um so ziemlich alles, was einen Balg und Stimmzungen hat.
Außerdem kann man auf den diversen Auktionsseiten nach Konzertinas suchen. Da gibt es immer wieder zahlreiche Innenfotos zu den angebotenen Instrumenten. Einmal gab es da sogar die Stimmstöcke einer 6-chörigen Konzertina zu bewundern. Die Stimmplatten sind darin wie aufgeblätterte Buchseiten angeordnet.
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#14
(12.05.2014, 21:14)Tanglo schrieb: Meines Wissens entspricht die Anordnung der Stimmplatten in der Konzertina von Robert Wallschläger genau der Anordnung in den alten großen deutschen Konzertinas
Umso neugieriger bin ich auf ein Klangbeispiel. Blush
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#15
ich  habe gerade eine urlaubswoche in carlsfeld hinter mir....
nicht nur, dass robert wallschläger mir  die luftknöpfe meiner beiden  deutschen konzertinas genial versetzt hat,
ich habe mir auch eine zweichörige bässler-concertina mit 120 tönen in chemnitzer tonlage richten lassen
und ( !!!) eine  deutsche konzertina, zweichörig, c/g bestellt.... ob mit oder ohne brummkasten muss ich noch entscheiden....
vermutlich muss ich dazu noch mal deine konzertina, klaus, in die hand nehmen....
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