Tanglo stellt sich im neuen Forum nochmal vor
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Nachdem ich vorgeschlagen habe, dass sich Altmitgieder im neuen Forum nochmal vorstellen, will ich das jetzt auch tun.

Wegen dem Tango kam ich zur Anglo. Deswegen mein Benutzername Tanglo.

Durch meine neue Begeisterung für die Tangomusik kam ich auf die Idee, dass ein Bandoneon ein handlicherer Ersatz für das Akkordeon sein könnte. Völlig unwissend war ich aber schockiert über die Preise für so ein Instrument, und noch viel mehr über die chaotische Tonanordnung. Die Idee mit dem Bandoneon habe ich ganz schnell wieder verworfen. Der Gedanke für ein kleines Balginstrument hat mich aber nicht mehr losgelassen. Und so wurde ich schnell auf die Konzertina aufmerksam.

Zunächst hinterließ aber auch hier die Vielfalt der Instrumententypen ein ungutes Gefühl. Die Duett-Konzertinas erschienen mir vielseitig, interessant, aber zu selten und exotisch. Die Entscheidung zwischen Englischer Concertina und Anglo habe ich mit Hilfe von Simulationsprogrammen (Apps) auf dem Tablet-Computer getroffen. Das Anglo-System hat mir irgendwie mehr gelegen.

Konzertinas konnte ich in meiner Region in keinem Musikgeschäft finden. Durch die negativen Foren-Berichte über billige Konzertinas war ich verunsichert. Eine gute teure Konzertina zu bestellen war mir zu gewagt.

Zunächst eher beiläufig begann ich zu experimentieren: Balg aus Pappe und Zeltstoff gebastelt und mit Klebstreifen eine Mundharmonika befestigt. Auf einem kleinen Brett eine Ventil-Klappe mit Feder und Knopf aufgebaut. Mal eine Stimmzunge gefeilt und auch auf dem Pappe-Balg befestigt. Nachdem das alles ganz vielversprechend verlief, hat mich plötzlich der Sog erfasst, eine Anglo selber zu bauen.

Es folgte eine endlose Bauzeit. Zur Motivation habe ich mir immer wieder Internet-Videos von Konzetina-Spielern angesehen, und im Konzertina-Forum gelesen. Wirtschaftlich war der Selbstbau der Anglo sicher nicht. Bei Berücksichtigung der Arbeitszeit hätte ich mir wahrscheinlich zwei bis drei Suttner- oder Wakker-Konzertinas kaufen können. Aber eigentlich wollte ich schon immer mal ein Musikinstrument selber bauen.

Die Suche nach einer Lösung für die nicht zufrieden stellenden Stimmzungenventile in meiner Anglo hat mich in ein mir bisher unbekanntes Musikgeschäft geführt. Dort gab es unter anderem auch alte Bandoneons. Neben der Begeisterung war ich mir aber zunächst noch unsicher, ob ich mich doch noch auf das chaotische Knopfsystem einlassen soll. Nach einer Woche Bedenkzeit habe ich dann sehr preisgünstig ein uraltes kleines Bandoneon mit Rheinischem Griffsystem gekauft. Es war völlig undicht und etliche Knöpfe fehlten. Zunächst waren nur einige heisere Töne zu entlocken. Also war wieder eine größere Bastelarbeit fällig. Die Reparatur war zwar aufwändig, aber nicht ganz so endlos wie der Bau der Anglo. Inzwischen funktioniert das Bandoneon für meine Zwecke ganz gut.

Für den deutlich erleichterten Einstieg in das Bandoneon-Spiel hat sich die damalige Entscheidung für die Anglo eindeutig als richtig erwiesen. Somit bin ich doch noch beim Bandoneon gelandet. Die Anglo ist aber keinesfalls vergessen. Durch das Bandoneon habe ich nochmal einen ganz anderen Blickwinkel auf die Möglichkeiten der Anglo bekommen. Beide Instrumente ergänzen sich ideal.
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