Knatschende Lederriemen und wechselnder Rhythmus
#1
Lightbulb 
Juhu, jemand zu Hause?

Ich habe mir vor einem halben Jahr eine neue Concertina ( 30-knöpfige Anglo ) mit genauso neuen Lederriemen gekauft. Und diese "knetschen" beim Spielen so munter vor sich hin, dass es mir den letzten Nerv raubt. Ich bin dem ganzen schon mit schwarzer Schuhcreme ( auf das Holz ) zu Leibe gerückt und habe versucht, das Leder etwas weicher zu biegen aber mit mäßigem Erfolg. Hat noch jemand den/einen entscheidenden Tip?

Außerdem wollte ich von euch gerne wissen, ob ihr zu Anfang mit Metronom geübt oder den Takt mit dem Fuß mitgetappst habt bzw. dies immer noch tut.
Bei mir ist nämlich die Spielgeschwindigkeit janz schön unterschiedlich und kommt auch darauf an wie schnell ich in der entsprechenden Passage so die richtigen Knöpfchen finde Smile.

Jau, das wars erstmal, es grüßt euch Elke
Antworten
#2
Salü,

zu den Lederriemen kann ich nichts sagen, schon weil ich nicht ganz verstanden habe, was du meinst. Blush Meinst du, die machen Geräusche?

Metronom: Bei der Konzertina nicht, aber bei anderen (ernsthafteren Wink ) Instrumenten. Da haben mich meine Lehrer immer getriezt, mit Metronom zu üben. Das bringt tatsächlich was, weil ich dadurch sofort deutliche (und objektive) Rückmeldung bekomme, wenn ich schneller werde.
Antworten
#3
Ja, ich meine ein knatschendes, knerzendes Geräusch, wenn ich die Hände durch die Lederriemen stecke und spiele. Es entsteht irgendwo zwischen dem Holz, auf dem dann der Handballen aufliegt, dem Lederriemen und der Metallklemme. Vielleicht vertut sich das ja mit der Zeit, wenn das Leder älter und weicher geworden ist, oder ich müsste das Holz an der Stirnseite ein bischen "anphasen". Also genau dort, wo der Lederriemen durch die Metallklemme geführt wird, auf der Holzkante aufliegt und durch das Spielen bewegt wird.
Naja, garnicht so einfach zu beschreibenUndecided.

Ciao Elke
Antworten
#4
(26.01.2015, 18:37)Toffie-Fee schrieb: oder ich müsste das Holz an der Stirnseite ein bischen "anphasen".
An sich würde ich ja sagen: Mach mal’n Video. – Aber so wie sich dein Beitrag liest, habe ich den Eindruck, du weißt eh mehr von Handwerkereien als ich. Dodgy Smile
Antworten
#5
(25.01.2015, 17:38)Toffie-Fee schrieb: Juhu, jemand zu Hause?

jetzt wieder! ;-)

(25.01.2015, 17:38)Toffie-Fee schrieb: Ich habe mir vor einem halben Jahr eine neue Concertina ( 30-knöpfige Anglo ) mit genauso neuen Lederriemen gekauft. Und diese "knetschen" beim Spielen so munter vor sich hin, dass es mir den letzten Nerv raubt. Ich bin dem ganzen schon mit schwarzer Schuhcreme ( auf das Holz ) zu Leibe gerückt und habe versucht, das Leder etwas weicher zu biegen aber mit mäßigem Erfolg. Hat noch jemand den/einen entscheidenden Tip?

Ich habe ein ähnliches Problem dadurch gelöst, daß ich zwischen Holz und Leder ein Stück Filz eingepaßt habe. Sieht nicht so cool aus, reduziert aber die Nebengeräusche ganz erheblich...

(25.01.2015, 17:38)Toffie-Fee schrieb: Außerdem wollte ich von euch gerne wissen, ob ihr zu Anfang mit Metronom geübt oder den Takt mit dem Fuß mitgetappst habt bzw. dies immer noch tut.
Bei mir ist nämlich die Spielgeschwindigkeit janz schön unterschiedlich und kommt auch darauf an wie schnell ich in der entsprechenden Passage so die richtigen Knöpfchen finde Smile.

Jau, das wars erstmal, es grüßt euch Elke

puuuh, eine dieser Fragen... Du wirst von 5 Leuten, die Du dazu fragst, 6 verschiedene Antworten kriegen.

Ich denke, daß der Schlüssel für Dich darin bestehen wird, wie gut und solide dein angeborenes oder durch Erfahrung (Tanzen o.ä.) ausgeprägtes Rhythmusgefühl ist. Generell gilt ohne jedes Wenn und aber: Der Rhythmus ist der Herzschlag der Musik, und der ist nicht verhandelbar, und der muß sitzen, damit Zuhörer (und /oder Mitspieler etc) daraus einen Sinn machen können. Punkt. WIE Du den zum Sitzen kriegst... drei Punkte...

Ich persönlich zähle lieber auf einen externen stabilen Rhythmus (Metronom, Rhythmuscomputer, backing track, Mitmusiker o.ä.) als auf meinen interen (Fuß), aus mehreren Gründen:

1. Man beschummelt sich gerne selber beim Rhythmus selber geben; wenn nämlich dein Fuß sich im "Rhythmus" des Knopffindens einpendelt (also langsamer wird, bis der Knopf da ist), hört es sich mglw. für Dich Alles richtig an - weil Fuß und Finger synchron die gleichen Fehler machen - aber unterm Strich ist es dennoch falsch.

2. Für das Ohr ist die Herausforderung, nicht nur für sich allein zu spielen (und dabei vielleicht noch von einem wohlmeinenden eigenen Fuß unterstützt zu werden, s.o.), sondern das was man spielt auch noch mit externer Musik oder äußeren Einflüssen wie Zuhörern koordinieren zu müssen, unglaublich schwer. Jede® Musiker(in) weiß, daß beim ersten Mal, wo ein Stück außerhalb des stillen Kämmerleins gespielt wird, dasselbe Stück, das man ohne Probleme und nachzudenken eine gefühlte halbe Million mal gespielt hat, plötzlich weg ist. Das ist normal, und als Folge kann man gar nicht früh genug damit anfangen, seinen Rahmen zu sprengen und sich dazu zu zwingen, mit (manche sagen "gegen") Musik/ern von außen "zusammen zu spielen." Dafür ist ein Metronom ein guter erster Schritt. Also wenn Du nicht ein Stück gegen einen berechenbares, sauberes und geduldiges Instrument wie ein Metronom spielen kannst, wirst Du es erst recht nicht in Session- oder Bandatmosphäre oder vor Zuschauern spielen können.

Etwas was FÜR die Füße spricht ist dagegen, daß Musik eine ganzheitlich körperliche Aktivität ist, d.h. Musik machen nicht nur die Finger oder einzelne Hirnareale, sondern Alles in Dir. Wenn Du videos von Vollblutmusikern siehst, wirst Du feststellen, daß Viele davon mit dem ganzen Körper mitgehen, schwingen, tanzen, auch noch und gerade nach vielen Jahrzehnten Musik... also sobald Du einen sauberen Rhythmus hast (aber ohne den geht's nicht!), ist es sogar gut, noch mitzustampfen.

Also Beides, aber beides richtig! Big Grin
Antworten
#6
Hallo RAc,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort!
Zum "Knatschgeräusch":

Zitat:Ich habe ein ähnliches Problem dadurch gelöst, daß ich zwischen Holz und Leder ein Stück Filz eingepaßt habe. Sieht nicht so cool aus, reduziert aber die Nebengeräusche ganz erheblich...

Zu dem Ergebnis bin ich auch gekommen ( falls es nicht freiwillig weniger wird ), es muss ja kein schweinchenrosafarbenes Filzstück sein Big Grin !

Zum Thema Rhythmus, wo jeder mit muss:

Zitat:1. Man beschummelt sich gerne selber beim Rhythmus selber geben; wenn nämlich dein Fuß sich im "Rhythmus" des Knopffindens einpendelt (also langsamer wird, bis der Knopf da ist)

Jau, das war genau das Ergebnis bei meinem "Sebstversuch", habe tapfer den Rhythmus getappst und mich dann dabei erwischt, wie der Fuß den Takt der Concertina, einschließlich Ton-Suchvorgangsverzögerungen oder übermütigem Schnellspiel ( naja alles relativ ) übernommen hat.
Also, so geht's zur Zeit noch nicht Sad.

Also munter weiter zum zweiten Versuch:

Zitat:2. Für das Ohr ist die Herausforderung, nicht nur für sich allein zu spielen (und dabei vielleicht noch von einem wohlmeinenden eigenen Fuß unterstützt zu werden, s.o.), sondern das was man spielt auch noch mit externer Musik oder äußeren Einflüssen wie Zuhörern koordinieren zu müssen, unglaublich schwer. Jede® Musiker(in) weiß, daß beim ersten Mal, wo ein Stück außerhalb des stillen Kämmerleins gespielt wird, dasselbe Stück, das man ohne Probleme und nachzudenken eine gefühlte halbe Million mal gespielt hat, plötzlich weg ist. Das ist normal, und als Folge kann man gar nicht früh genug damit anfangen, seinen Rahmen zu sprengen und sich dazu zu zwingen, mit (manche sagen "gegen") Musik/ern von außen "zusammen zu spielen." Dafür ist ein Metronom ein guter erster Schritt. Also wenn Du nicht ein Stück gegen einen berechenbares, sauberes und geduldiges Instrument wie ein Metronom spielen kannst, wirst Du es erst recht nicht in Session- oder Bandatmosphäre oder vor Zuschauern spielen können.

Ich habe des Stück in MuseScore eingegeben. Dort kann man sich das Ganze dann wunderbar vorspielen lassen. Nachdem ich fleißig geübt habe, nun der Versuch über Kopfhörer zu hören und zeitgleich mitzuspielen! Dafür habe ich eine sehr moderate Geschwindigkeit im Programm ausgewählt.

Das Ergebnis war:
Anfang direkt verpasst, dann 2-3 Töne holperig mitgespielt, daneben gegriffen, verdutzt geguckt und ( zum Glück ) vor Lachen fast vom Stuhl gefallen.
Bei den weiteren Versuchen habe ich die moderate Geschwindigkeit nochmal so richtig auf 70-75 % gedrosselt und habe nun die Hoffnung, dass es demnächst klappen könnte.
Schön finde ich die direkte Kontrolle, also genau zu merken, wo man auf jeden Fall zu langsam ist oder schneller spielen möchte.

Jau, ich bleibe dran,
viele Grüße an alle Quetschkommodenbesitzer
Elke

( und wie das mit den Zitaten richtig geht, werde ich auch irgendwann noch lernen! )
Antworten


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste