Quetsch Bühl
#1
Lightbulb 
Ich habe mir zum Begleitung üben das Stück Quetsch Bühl von KonzertinaNetz ( gefunden http://www.vitrifolk.be ) ausgesucht.
Dabei merke ich, dass meiner Anglo bei der Begleitung mit Druck auf die Knöpfe 1-2-3 der C-Reihe viel zu schnell die Luft rausgeht.
Das Problem wird sicher weniger, wenn ich schneller spielen kann und die Begleitung auch nur kurz als Achtel- bzw. Sechzehntelnoten spiele.
Oder ist es generell schwierig das Stück "so tief" zu begleiten, wenn die Concertina nur 6-Balgfalten hat?
Wäre es eine Alternative bei der Harmonie "C" im ersten Teil auf die Knöpfe (D) 3-45-45 auszuweichen?
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#2
Hallo Toffie-Fee,

ich habe den Quetsch-Bühl noch einmal gespielt (was für ein schönes Stück habe ich da gefunden!). Weder meine Konzertinas, noch ich sind außer Atem gekommen, aber ich bin halt Sportlehrer ;-) Vier Takte auf eine Balgrichtung sind also machbar!

Spaß beiseite: Es gibt für deine Luftprobleme grundsätzlich zwei mögliche Ursachen:

1.
Anfängerfehler: Man drückt die Tasten der linken Seite zu lang. Damit klingt das Stück langweilig (breiig) und man verliert zu viel Luft. Abhilfe: Links Knopfarbeit statt Balgarbeit (Also: Druck oder Zug auf den Balg und dann kurz die Tasten drücken und wieder loslassen, das kann fast perkussiv erfolgen). Dadurch klingt das Stück rhythmischer, (tänzerischer) und man spart Luft! (Balgarbeit würde bedeuten, man drückt erst die Knöpfe und setzt dann den Balg in Bewegung um den Ton zu erzeugen).

2.
Deine tiefen Töne haben Astma, also ein technischer Fehler des Instruments. Ich habe mal zwei zweichörige Deutsche getestet: Zusammengedrücktes Instrument an der linken Schlaufe hängen lassen und einen Knopf drücken. Stoppen oder zählen wie lange die Schwerkraft das rechte Teil zu Boden zieht, bis der Ton erlischt.
Ergebnis: Bei den tiefen Tönen geht es tatsächlich etwas schneller (=sie verbrauchen mehr Luft), aber nicht viel:
Alte Made in italy: 17:21 (tief:hoch, ich habe gezählt)
Wallschläger: 19:22
Wie siehts bei deiner aus?

Gruß, Klaus
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#3
Zu 1:
Die Empfehlung mehr auf Knopf und nicht soviel auf Balg zu spielen habe ich hier ( von dir? ) schon mehrfach gelesen, konnte mir aber praktisch nicht so richtig etwas darunter vorstellen. Aber ich werde es auf jeden Fall versuchen.
Vielleicht muss man das auch mal "live" gesehen und gehört haben.

Zu 2:
Die Diagnose linksseitiges Asthma scheint nicht ganz unwahrscheinlich zu sein.
Ich habe das Metronom auf 60 gestellt und kam zum folgenden Ergebnis:
C-Reihe Knöpfe 1-2-3-4-5
11-15-16-18-20, also gerade beim 1. Knopf ist ruckzuck die Luft raus.

Da bleibt ja wohl wirklich nur: Flottes Spiel und "knackige" Begleitung. Und das heißt auch wieder: üben, üben, üben.....Big Grin!
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#4
(10.02.2015, 17:39)Toffie-Fee schrieb: Zu 2:
Die Diagnose linksseitiges Asthma scheint nicht ganz unwahrscheinlich zu sein.
Ich habe das Metronom auf 60 gestellt und kam zum folgenden Ergebnis:
C-Reihe Knöpfe 1-2-3-4-5
11-15-16-18-20, also gerade beim 1. Knopf ist ruckzuck die Luft raus.

Nachtrag: Meine Angaben beziehen sich auf Knopf 1 und 5.

Ja: Deine Konzertina zieht bei den tiefen Töne deutlich mehr Luft als bei den hohen. Der Unterschied ist deutlich größer als bei meinen Instrumenten.

Fragen an die "Techniker" hier im Forum:
Woran kann das liegen?
Kann man was tun?

Gruß, Klaus
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#5
Der Test mit dem Hängenlassen an der linken Schlaufe und Knopf drücken hängt stark vom Gewicht der Konzertina ab. Da meine Konzertina ziemlich schwer ist, bekomme ich noch kürzere Werte als Toffie-Fee. Die Konzertina brüllt dann aber fast schon. Beim normalen spielen komme ich aber ganz gut klar. Den Luftverbrauch objektiv zu vergleichen ist ziemlich schwierig. Die Konzertina von Toffie-Fee kann durchaus in Ordnung sein.
Warum der Unterschied zwischen Hoch und Tief bei Klaus so viel geringer ist, kann ich mir allerdings auch nicht ganz erklären.
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#6
(10.02.2015, 17:39)Toffie-Fee schrieb: Zu 1:
Die Empfehlung mehr auf Knopf und nicht soviel auf Balg zu spielen habe ich hier ( von dir? ) schon mehrfach gelesen, konnte mir aber praktisch nicht so richtig etwas darunter vorstellen. Aber ich werde es auf jeden Fall versuchen.
Vielleicht muss man das auch mal "live" gesehen und gehört haben.

Vielleicht hilft diese Visualisierung (vom internationalen Forum):

Stell Dir vor die Knöpfe auf der linken Seite (immer vorausgesetzt Du bist rechtshändig) sind glühend heiß. Du willst sie also nur so lange (kurz) drücken, daß sie einen Ton geben, Dir dabei aber nicht die Finger verbrennen. Auf der Melodieseite ist das aber nicht so; da willst Du die Töne so lange halten, wie die Melodieführung es verlangt.

Musikalisch gesprochen: Links staccato, rechts legato.

Macht das Sinn?
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#7
(11.02.2015, 11:25)RAc schrieb: Vielleicht hilft diese Visualisierung (vom internationalen Forum):

Stell Dir vor die Knöpfe auf der linken Seite (immer vorausgesetzt Du bist rechtshändig) sind glühend heiß. Du willst sie also nur so lange (kurz) drücken, daß sie einen Ton geben, Dir dabei aber nicht die Finger verbrennen. Auf der Melodieseite ist das aber nicht so; da willst Du die Töne so lange halten, wie die Melodieführung es verlangt.

Musikalisch gesprochen: Links staccato, rechts legato.

Macht das Sinn?

Jau, das macht Sinn, auch für einen "Linkspötsch" wie mich Big Grin!
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#8
(10.02.2015, 14:16)kawewue schrieb: Anfängerfehler: Man drückt die Tasten der linken Seite zu lang. Damit klingt das Stück langweilig (breiig) und man verliert zu viel Luft.
Im Prinzip ja. Aber bei einer einfachen Um-ta-ta-Begleitung kann man das Um schon lange spielen, also den Bassknopf lange drücken (muss man aber nicht). Staccato müssen nur die Akkorde sein.

Vielleicht zeigt das Video hier das so'n bisschen. Oder, wär natürlich noch besser, du stellst mal 'n dezidiertes Beispielvideo ein, wo du's einmal falsch und einmal richtig zeigst. Smile
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#9
(11.02.2015, 22:42)Sebastian schrieb:
(10.02.2015, 14:16)kawewue schrieb: Anfängerfehler: Man drückt die Tasten der linken Seite zu lang. Damit klingt das Stück langweilig (breiig) und man verliert zu viel Luft.
Im Prinzip ja. Aber bei einer einfachen Um-ta-ta-Begleitung kann man das Um schon lange spielen, also den Bassknopf lange drücken (muss man aber nicht). Staccato müssen nur die Akkorde sein.

Vielleicht zeigt das Video hier das so'n bisschen. Oder, wär natürlich noch besser, du stellst mal 'n dezidiertes Beispielvideo ein, wo du's einmal falsch und einmal richtig zeigst. Smile

Können wir uns darauf einigen: Eine Mazurka ist kein Walzer? Mazurka: MA-zur-ka, MA-zur-ka... Walzer: um-TA-TA, um-TA-TA?

Beispielvideo? Ich habe nur ein Seniorenhandy mit Wählscheibe. Damit kann man sein Ohr fotografieren, aber sonst? ;-)

Gruß, Klaus
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#10
(12.02.2015, 01:07)kawewue schrieb: Können wir uns darauf einigen: Eine Mazurka ist kein Walzer? Mazurka: MA-zur-ka, MA-zur-ka... Walzer: um-TA-TA, um-TA-TA?
Wie bitte? Huh
(12.02.2015, 01:07)kawewue schrieb: Beispielvideo? Ich habe nur ein Seniorenhandy mit Wählscheibe. Damit kann man sein Ohr fotografieren, aber sonst?
Wie bitte? Huh
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