Vorstellung
#1
Hallo zusammen,

als ich vor einem dreiviertel Jahr Abschied vom Berufsleben nahm, erfüllten mir meine Kollegen einen lang gehegten Wunsch, sie schenkten mir eine Konzertina, eine in Italien hergestellte deutsche Konzertina der Marke Stagi. Wieso fiel mein Wunsch ausgerechnet auf eine Konzertina?

1) Ich spiele schon seit den Kindertagen etwas Mundharmonika, nur so zum Hausgebrauch und zur Entspannung, ich habe es dabei nie zu künstlerischer Hochform gebracht.
2) Über mein Interesse für fremde Sprachen und Folklore bin ich zur Burenmusik Südafrikas gekommen. Diese Musik begeistert mich durch ihre Ursprünglichkeit und Natürlichkeit. Es handelt sich dabei um aus Europa stammende Tanzmusik wie Walzer, Mazurka, Polka, Seties (schottisch), die instrumental gespielt wird. Die Konzertina übernimmt dabei in der übergroßen Mehrzahl der Lieder die Rolle des melodieführenden Instruments. Gitarre, Banjo, Violine und Cello dienen meist nur der Begleitung. Der Konzertinaspieler ist zumeist auch der Orchesterleiter. In der Burenmusik kommen zwei Arten von Konzertinas zum Einsatz, die englische Konzertina (vierreihig bis sechsreihig) und die Boerekonsertina (Burenkonzertina). Es hat eine Weile gedauert, bis ich herausfand, dass es sich bei letztgenannter um die deutsche zweireihige Konzertina handelt. Ähnlich dem argentinischen Tango, der ohne das Bandoneon nicht denkbar wäre, hätte sich die Burenmusik ohne die Konzertina nicht zu ihrer heutigen Form entwickeln können.

Mit meinen Mundharmonika-Vorkenntnissen und meiner Burenmusik-Begeisterung ging ich das schwierige Unterfangen an, diesem wohlklingenden Instrument die gewünschten Töne zu entlocken. Als ich das Gerät zum ersten Mal in Händen hielt, dachte ich: Wer um Himmels Willen hat sich diese seltsame Anordnung der Töne ausgedacht. Doch mittlerweile habe ich mich damit angefreundet und auch schon einige Lieder eingeübt.

So ganz befriedigt mich mein Fortschritt nicht und wollte mich darum im Internet umsehen, ob es eine Lernmöglichkeit gibt. Dabei stieß ich auf die Seite "KonzertinaNetz" und auf dieses Forum, wo ich mich heute registrierte. Ich hoffe nun, bei einer so großen Gemeinde von Konzertina-Enthusiasten einige Tips zu bekommen.

Viele Grüße
Wolfgang
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#2
sei sehr herzlich begrüßt, lieber wolfgang....

was du über burenmusik schreibst klingt sehr interessant... da muss ich mal ein wenig recherchieren....

vll. magst du zu einem der konzertinatreffen kommen.... ich finde, dass man dort auch als anfänger unheimlich viel lernen und von den alten hasen abschauen kann...zudem macht das gemeinsame musizieren unglaublichen spass....

grüßle aus dem hohenlohischen

der igel
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#3
Hallo Tanzigel,

Konzertinatreffen klingt nicht schlecht. Ich sehe gerade, das nächste Treffen ist in einem reichlichen Monat auf dem Seminarhof Drawehn. Ist da noch eine Anmeldung möglich? Die Information zu diesem Treffen bei KonzertinaNetz ist etwas unergiebig.

Viele Grüße
Wolfgang
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#4
(12.02.2015, 20:55)Tanzigel schrieb: was du über burenmusik schreibst klingt sehr interessant... da muss ich mal ein wenig recherchieren....

Hallo Igel, auf der Link-Seite des KonzertinaNetzes findest du: http://www.boeremusiek.org.za

Gruß, Klaus
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#5
(12.02.2015, 22:07)Wolfie schrieb: Die Information zu diesem Treffen bei KonzertinaNetz ist etwas unergiebig.

Hallo Wolfgang,
die Infos müssen nicht doppelt und dreifach im Netz stehen. Auf meinem KonzertinaNetz findest du zu Drawehn den Link http://www.Concertinas.de, dort mit weiterführenden Infos. Ob noch Plätze frei sind erfährst du, wenn du Robbi Pich anmailst.

Gruß, Klaus
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#6
Hallo Klaus,

danke für den Link, werde mich morgen kümmern.

Gruß Wolfgang
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#7
Music 
(12.02.2015, 20:33)Wolfie schrieb: 2) Über mein Interesse für fremde Sprachen und Folklore bin ich zur Burenmusik Südafrikas gekommen. Diese Musik begeistert mich durch ihre Ursprünglichkeit und Natürlichkeit.
Ja, die ist klasse! Smile

Bislang habe ich mir noch nicht die Zeit genommen, mich mal ein bisschen mehr damit zu beschäftigen, sondern bin bei Youtube und ein paar CDs geblieben. Hättest du eine gute erste Anlaufstelle für Infos, die ein bisschen tiefer gehen?
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#8
Hallo Sebastian,

wie hier im Forum bereits erwähnt wurde, gibt es im Netz eine schöne Übersicht auf der Seite des TBK (Traditioneller Burenmusik-Klub) http://www.boeremusiek.org.za

Eine akustische Quelle sind die Burenmusik-Programme über die Internet-URL von Radio Pretoria ( http://ingest1.netdynamix.fm:80/radiopretoria ), die ich regelmäßig höre. Jeden Freitag um 19:15 MEZ (20:15 MESZ) beginnt dort ein dreiviertelstündiges Programm mit traditioneller Burenmusik.

Als drittes habe ich mir das antiquarische Buch "Die Entstehung und Entwicklung der Burenmusik" von Wilhelm Schultz zugelegt, worin die Zeitspanne von der ersten Besiedlung des Kaps durch die Holländer bis in die heutige Zeit beleuchtet und auf die Quellen und Einflüsse eingegangen wird.

Leider bin ich in puncto Noten zu Burenmusik noch nicht weiter fündig geworden. Das liegt sicherlich daran, dass diese Musik von Generation zu Generation weitervererbt und ohne Noten gespielt wird.

Bei dem Stück "Cradock Settees" ( http://youtu.be/HTPY8GpCwYo ) begeistert mich Stephan van Zyl mit dem Spiel auf der Boerekonsertina. Der Herr am Cello besorgt die Musikzusammenstellung in dem oben erwähnten freitäglichen Burenmusikprogramm und weiß über beinahe jeden Musiker etwas zu erzählen.

Neben der traditionellen gibt es die Burenmusik im modernen Stil. Auch dort kommt die Konzertina auf vielfältige Weise zum Einsatz, vielleicht erfordert das Spiel dort sogar noch mehr Fingerfertigkeit und Können als bei der traditionellen Burenmusik. Trotzdem mag ich persönlich diesen modernen Stil nicht besonders.

Viele Grüße
Wolfgang
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