Bouzouki
#1
Hallo zusammen. Ich hätte da mal die Frage, ob jemand von euch vielleicht zusätzlich zur Concertina auch Irish Bouzouki spielt? Ich würde mir gerne eine zulegen, weiß aber noch nicht welche. Eine billige wird es auf keinen Fall werden da ich der Meinung bin, wer billig kauft kauft zweimal. Für Erfahrungsbrichte danke ich schon mal im vorraus. Gruß
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#2
Hallo!

Leider kenne ich nur meine billige Bouzouki (von Folkfriends) und habe aber auch bewusst nicht teuer gekauft, weil ich sie zum Fantasy-Live-Rollenspiel als Bardin wollte, und diese Veranstaltungen sind oft mit Zelten verbunden. Da nehme ich nie teure Instrumente mit.
Das Schlechteste daran war die Saitenlage, was ich aber mit einem selbstgeschnitzten, niedrigeren Steg ändern konnte. Von der Bespielbarbeit her bin ich da jetzt zufrieden. Klanglich fehlt mir der Vergleich. Die einzige andere Bouzouki, die ich mal von Nahem hören durfte, war von einem kleineren Instrumentenbaubetrieb, dessen Namen ich nicht mehr weiß. Die soll ca. 600 Euro gekostet haben. Meine Erinnerung sagt, dass die weniger grell und irgendwie ausgewogener klang.

Die Irish Bouzouki hat für mich persönlich, allgemein ein besonderes Manko, und zwar die Kombination aus langem Hals und der Stimmung.
Da ich auch Mandoline spiele, habe ich natürlich G-D-A-E gestimmt, damit ich die Fingersätze übernehmen kann.
Allerdings ist diese (Geigenstimmung) selbst für große Hände heftig. Beim Spiel einer Tonleiter liegt der letzte Ton auf der Saite oft im 6.Bund ab Beginn, wodurch man im Gegensatz zur Gitarre die Hand überstrecken muss. Akkorde, die über 4 Bünde gehen und nahe am Sattel gespielt werden sind kaum spielbar.
Vermutlich bevorzugen deshalb einige Spieler auch G-D-A-d, dann hat man wenigstens auf den unteren beiden Saiten ein leichteres Melodiespiel, da der Fingersatz dann wie bei der Gitarre ist.

Für Leute mit kleinen Händen würde ich eher eine Mandola empfehlen.

LG
Laura
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#3
Hallo Laura. Schon mal vielen Dank für die Antwort. Ich habe bisher überwiegend auf youtube einiges gehört und auf den Seiten einiger Herrsteller. Da ist auch schon die ein oder andere in der engeren Auswahl. Im März werde ich nach Frankfurt zur Musikmesse fahren. Da ist Stevens guitar (Gitarrenbauer aus München) die mittlerweile auch Bouzoukis bauen, vertreten. Da werde ich mir schon mal einen Eindruck verschaffen. Vielleicht gibt es ja noch mehr hier im Forum die auch Bouzouki spielen und es kommt noch der ein oder andere Tip. Gruß
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#4
Hallo, Alexander,
der beste Rat beim Instrumentenkauf ist immer, die Alternativen auszuprobieren. Nur so kann man Saitenlage (und damit Spielbarkeit) und Klang richtig beurteilen. Auf der Messe kannst du auch herausfinden, welche der "guten" Instrumente für dich das "richtige" ist - die Geschmäcker sind verschieden!

Bouzouki ist eins der Instrumente, die ich nicht spiele - wenn ich den Klang von doppelten Stahlsaiten will, dann spiele ich Waldzither. Allerdings habe ich mal eine echt griechische Bouzouki für ein paar Monate von einem Freund ausgeliehen. Die 3. und 4. Saitenpaare waren für Oktavstimmung ausgelegt. Ich habe das Teil nach einer der irischen Varianten gestimmt: Aa Dd aa dd. So lassen sich Melodien spielen, trotz der weiten Bundabstände. Ich habe sie nie öffentlich gespielt, aber aus meinem Herumnudeln kam ein netter, kleiner Hornpipe in D-dorisch heraus, den ich später auf die Mandoline und auf die Anglo übertragen konnte.

@Laura: Wenn du gedoppelte Stahlsaiten mit mittelalterlicher Optik verbinden willst, versuche es mal mit einer Waldzither. Es gibt immer wieder brauchbare auf eBay, die nicht die Welt kosten. Sie hat eine große Stimme wie eine Bouzouki, aber die Mensur (schwingende Saitenlänge) ist 50 cm oder weniger, also sind die Bünde auch für eine Mandolinistin handhabbar. Man könnte sie als Mandola umstimmen (ich kenne eine Quelle, wo man für jede beliebige Stimmung handgefertigte Saiten bestellen kann!), aber die offene CGceg-Originalstimmung hat seinen Reiz (dem ich mittlerweile erlegen bin!). Man kann sie mit den Fingern oder mit einem Plättchen spielen; gezupft oder geschrubbt wie eine Gitarre oder tremolierend, wie eine Mandoline. Sie will alles in C- oder F-dur spielen, aber für die anderen Tonarten gibt's ja den Kapodaster!

@ Euch beide: Es gibt ein Bouzouki-Unterforum im Ning-Cittern-Gruppe unter: http://cittern.ning.com/ . Da gibt es infos über irische Bouzoukis, Waldzithern u.v.m., allerdings meist auf Englisch.

Cheers,
John
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#5
Hallo Alexander,

das nenne ich Zufall! Ich komme soeben aus einem musikalischem Wochenende bei Freunden in Nürnberg zurück. Es schwingt und klingt gerade noch freudig in mir nach und ein herrlicher Ohrwurm hat sich bei mir festgesetzt [Bild: smilie_girl_252.gif]…. bla, bla, bla … zum Thema …

Wir, das sind normalerweise Akkordeon, Concertina und Gitarre. Unser „Leader“, wie ich ihn hier mal nennen möchte (auch bei nur 3 Personen, braucht man jemanden, der das Kommando übernimmt und das haben sinnvollerweise natürlich dem Musikprofi übertragen) ist in erster Linie ein wirklich begnadeter Gitarrist. Er spielt u.a. auch noch Klavier, Concertina und Mandoline. Er bekommt eben den Hals nicht voll genug [Bild: smilie_girl_253.gif]. So, nun kommt 's aber – seine neuste Errungenschaft ist eine Bouzouki und nennt sich Celtic-Star. Diese hat er über ebay bestellt (nach vorherigem Gespräch mit dem Verkäufer/Hersteller). Leider kann ich dir keinen Link zum Instrument schicken, da im Moment keine mehr verkauft werden. Im Frühjahr kommen dann wohl neue heraus.

Hier findest Du aber schon mal den Hersteller mit einigen Infos und dessen Kontaktdaten.

Am Wochenende kam das, wie sich herausstellen sollte, gute Stück ordentlich zum Testeinsatz. Ich bin nun nicht so der Musikprofi, aber ich war doch sehr vom Instrument überrascht. Optisch? Nun ja, ich liebe eher diese alten, zerkratzten und verschrammelten Dinger und dieses ist nun einmal neu und sah für mich eigentlich nach nicht „sooo viel“ aus und habe auch keinen besonderen Klang erwartet. Aber „Irren ist menschlich“! Ich war total überrascht, was da für ein Sound herauskam. Wow! Keines meiner geliebten alten Instrumente, die ich je gehört habe, können da mithalten. Es präsentierte sich ein wunderbar warmer und erstaunlich fetter Klang und tönt trotzdem wie eine Bouzouki [Bild: smilie_girl_021.gif]und nicht wie "Irgendwas". Die Gitarre ist nun einigen unserer Musikstücken gewichen und wurde gnadenlos durch die Bouzouki ersetzt, auch weil sie grundsätzlich besser zu bestimmten Tunes passt.

Was sonst noch? … Ein Tonabnehmer war bereits integriert. Außerdem ist der „Kapellmeister“ selber mit der Qualität und auch mit der Spielbarkeit sehr zufrieden (das bedeutet schon etwas, denn ganz anspruchslos ist er nun nicht gerade [Bild: smilie_girl_292.gif]). Beim nächsten Kauf würde er sich jedoch statt für Ebenholz (Boden und Zarge) eher für Mahagoni oder Ahorn entscheiden. Der Grund ist mir glatt entfallen [Bild: smilie_girl_043.gif].

Noch zum Preis – bezahlt wurden hierfür 400 Euronen. Dazu muss ich sagen, dass es ein Instrument 2. Wahl bzw. ein Mängelexemplar ist, wozu es lediglich durch einen kleinen Kratzer wurde. Außerdem war auch noch ein Koffer dabei. Der musste jedoch zurück, weil er leider das Gegenteil von einem „formschönem Handcase“ war (hierzu gibt es eine Hintergrundgeschichte, aber dies führt jetzt hier zu weit und macht auch keine Abstriche an der Bouzouki selbst). Aber vielleicht kommen ja dann auch neue im Frühjahr in den Verkauf. Also summa summarum, für ein neues Instrument wird man wohl schätzungsweise um die 700 – 800 € bezahlen müssen.

So, mehr fällt mir im Moment nicht ein. Leider bin ich nicht so der „Erklärbär“[Bild: smilie_girl_129.gif]. Gerne stelle ich bei Bedarf den Kontakt zum Besitzer her oder Du wendest Dich gleich oben an den Hersteller, Jens-Peter Loof.

Ich hoffe, ich konnte ein wenig weiterhelfen.

Viele Grüße,
Wusel
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#6
Hallo. Vielen Dank für die Infos und den Link. Von der Celtic Star habe ich schon einiges gelesen. Das wäre sicher eine Möglichkeit. Der Preis ist natürlich auch super. Allerdings habe ich mir als Obergrenze ca. 2000 € gesetzt da wäre also noch Luft nach oben. Die Höhe habe ich angesetzt weil ich jetzt schon weiß, dass es ein Instrument für mich sein wird welches ich definitiv behalten werden. Ich spiele auch Gitarre und Mandoline. Die habe ich allerdings durch das Concertina spielen ein wenig vernachlässigt. Ich habe recht große Hände, von daher könnte ich mir vorstellen, dass mir das Melodiespielen auf der Bouzoki leichter fallen wird als auf der Mandoline. Stehen und fallen wird die Entscheidung schließlich mit dem Besuch der Messe. Wenn ich da die Bouzouki von Stevens mal in der Hand habe dann komme ich der ganzen Sache einen großen Schritt näher. Insgeheim liebäugle ich ein wenig mit einer Bouzouki von Phil Crump. Aber mal sehen. Gruß.
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#7
Music 
Hallo Alexander,

falls Du an einem Bouzouki Kurs interessiert bist, würde ich Dir gerne die "Summer School 2015" in Elmstein (2. - 8. August) empfehlen, da gibt es einen von Tobi Kurig (mit Unterstützung von Colman Connolly) geleiteten Workshop. Zu Deinen anderen Instrumenten werden parallel auch Kurse angeboten, alle Lehrer bieten aber während der Woche auch Einzelunterricht an ... DIE Möglichkeit für eine ganze Woche irische Musik total! Shy
Informationen findest Du hier: http://www.irishmusicschool-elmstein.de/...chool-2015

Lieben Gruss
Wulf.
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